
Februar Recap
- antoniaknapp
- 5. März
- 4 Min. Lesezeit
Nach einem sehr ereignisreichen Januar folgte ein etwas ruhigerer Februar. Der Monat begann mit Umzugsarbeiten am neuen Standort der Schule. Wir verbrachten viele Stunden damit, Wände zu streichen, Möbel umzuräumen und die neuen Räume vorzubereiten. Kurz darauf musste ich wegen einer kleinen Grippe ein paar Tage pausieren. Danach ging es für mich hauptsächlich im Garten weiter.
Den gesamten Februar über verbrachte ich viele Stunden in den Gärten der Schule. Dort gehörten Unkraut jäten, Rasen mähen oder mit der Heckenschere die Rasenkanten am Gehweg zu meinen täglichen Aufgaben. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so viel Zeit mit Gartenarbeit verbringen würde, aber tatsächlich hat es auch etwas sehr Ruhiges.
Zum Glück bestand der Februar nicht nur aus Gartenarbeit.
In der zweiten Februarwoche machten sich meine Mitfreiwillige und ich nachts mit dem Bus auf den Weg nach Puno zum Titicacasee. Früh am Morgen bestiegen wir dort ein Boot, das uns zuerst zu den schwimmenden Inseln der Uros brachte. Dort wurde uns auf Quechua erklärt, wie die Inseln aus Schilfrohr gebaut werden. Natürlich durften wir das Schilfrohr auch selbst probieren – überraschend essbar!
Danach ging es weiter zur Insel Amantaní. Dort wurden wir von einer älteren Frau abgeholt, die uns zu ihrem Haus brachte, in dem wir auch übernachten sollten. Sie war unglaublich herzlich und bekochte uns in einer Küche, die vermutlich 95 % der Deutschen nicht einmal als Küche bezeichnen würden. Während sie für uns kochte, erzählte sie viel über ihr Leben auf der Insel und darüber, wie sehr sie sich über Touristen freut, die sich wirklich für die Menschen und ihre Kultur interessieren.
Am Nachmittag wurden wir als Gruppe wieder eingesammelt. Uns wurde die traditionelle Kleidung erklärt und auch ein wichtiger Brauch: Zur Begrüßung überreicht man sich gegenseitig ein paar Coca-Blätter. Anschließend liefen wir gemeinsam einen kleinen Berg hinauf. Der Tradition nach hielten wir dabei drei Coca-Blätter in der rechten Hand. Oben angekommen liefen wir dreimal um eine heilige Stätte, rieben die Blätter anschließend an der Tür und durften uns dabei etwas wünschen.
Wir blieben oben bis zum Sonnenuntergang. Das goldene Licht tauchte den Titicacasee in eine unglaublich schöne Stimmung. Danach folgte eine sehr kalte Nacht – allerdings gut eingepackt unter fünf dicken Alpaka-Wolldecken.
Am nächsten Morgen stiegen wir wieder in unser Boot. Im strömenden Regen fuhren wir zur nächsten Insel und kamen dort komplett durchnässt an. Dort lernten wir etwas sehr Spannendes über die traditionellen Hüte der Inselbewohner – denn an ihnen lässt sich tatsächlich der Beziehungsstatus der Menschen ablesen.
Am Nachmittag ging es zurück nach Puno, wo wir den Rest unserer Gastfamilie trafen. Damit begann unser Wochenende bei der Candelaria.
Schon am ersten Abend standen wir stundenlang am Straßenrand und sahen den prunkvollen Umzügen mit ihren Tänzern, Musikern und farbenprächtigen Kostümen zu. Irgendwann reihten wir uns selbst in den Umzug ein und tanzten einfach mit, bis spät in die Nacht hinein – bis schließlich ein heftiger Regen einsetzte und einige von uns erschöpft ins Bett fielen.
Die folgenden Tage sahen ziemlich ähnlich aus: Wir suchten uns morgens einen guten Platz und verbrachten den ganzen Tag damit, den Tänzern und Musikern zuzusehen. Als blondes Mädchen wird man dabei fast selbst zur Attraktion. Ich wurde unglaublich oft angesprochen, zum Tanzen aufgefordert oder bekam Komplimente für meine Augen.
So vergingen die Tage voller Musik, Tanz und tausender funkelnder Pailletten – und bis spät in die Nacht wurde mit den Teilnehmern der Candelaria Puno 2026 gefeiert.
Nach drei intensiven Tagen machten sich einige von uns am vierten Tag wieder auf den langen Weg zurück. Nach einem Mittagessen mit frischer Trucha (Forelle) fuhren wir etwa sechs Stunden durch die wunderschöne Landschaft des Südens Perus zurück. Während draußen Berge, weite Ebenen und Alpaka-Herden vorbeizogen, wurde einem noch einmal bewusst, wie beeindruckend diese Region eigentlich ist.
Zurück in Arequipa folgten ein paar ruhigere Arbeitstage, einige Kindergeburtstage in der Schule und Ausflüge ins Kloster Santa Catalina, aber auch mehrere Abschiedsfeiern für meine Mitfreiwillige.
Eine Woche später machte ich mich schon wieder auf den Weg – diesmal nach Cusco, genauer gesagt nach Urubamba – zum Zwischenseminar meiner Organisation. Dort sprachen wir viel über die vergangenen Monate, hörten die Erfahrungen der anderen Freiwilligen und blickten gemeinsam auf das kommende halbe Jahr. Natürlich unternahmen wir auch ein paar Ausflüge, unter anderem zu einem der vielen beeindruckenden Inka-Tempel der Region.
Während ich in Urubamba war, regnete es in Arequipa ungewöhnlich stark. So viel Wasser kam von den Bergen herunter, dass Teile der Stadt überschwemmt wurden und große Schäden entstanden. Noch heute sind viele Menschen damit beschäftigt, die Folgen aufzuräumen.
Als ich schließlich nach Arequipa zurückkam, verabschiedete ich nur eine Stunde später meine Mitfreiwillige am Flughafen, die zurück nach Deutschland flog – und mich hier allein zurückließ.
Von da an fuhr ich jeden Tag alleine zur Arbeit und verbrachte noch einige Zeit im Garten, bis mir schließlich meine neue Aufgabe für das Schuljahr gegeben wurde: die Vorbereitung meines eigenen Englischunterrichts für die gesamte Primarstufe.
Neben der Arbeit gab es aber natürlich auch immer wieder kleine Pausen – zum Beispiel abends tanzen zu gehen oder sich am Strand in die Sonne zu legen. Gleichzeitig ging langsam die Regenzeit zu Ende, und mit ihr begann der heiße Sommer in Arequipa.























































































































Beeindruckend! Toll, was du alles erlebst. Ich bin mit ganzem Herzen dabei und freue mich für dich, dass du so schöne Begegnungen und Erlebnisse hast.🤗