
Mai Recap
- antoniaknapp
- 1. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Juli
Mai Recap
Schon Mai und damit mein siebter Monat in Peru.
Begonnen hat der Monat mit ein paar freien Tagen. Deshalb bekamen wir Besuch und machten einen Tagesausflug in den Colca Canyon. Wir sahen Kondore, genossen die Wärme der Thermalbäder, probierten Alpakafleisch und bekamen auf dem Aussichtspunkt der Vulkane auf 4.910 Metern Höhe leichte Kopfschmerzen. Für mich war es eine wunderschöne Erfahrung, denn ich kannte vieles bereits und konnte alles noch einmal ganz bewusst genießen und aufsaugen.
Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir Veränderungen inzwischen machen. Also habe ich kurzerhand einen spontanen Friseurtermin gebucht.
Neben vielen lustigen Unterrichtsstunden gab es diesen Monat auch Nächte voller Tanz und Freude. Tanzen gehen in Peru ist ein ganz anderes Lebensgefühl. Man geht nicht müde nach Hause, sondern lachend, tanzend oder erst dann, wenn die Sonne bereits den nächsten Tag ankündigt.
Wir waren im Kino, haben „Der Teufel trägt Prada“ auf Spanisch geschaut, ich habe den Hund zum Hundefriseur gebracht und gefühlt die Hälfte des Hundes dortgelassen.
Doch das Highlight des Monats wartete am 18. Mai mit einem Flugticket auf uns.
Wir machten uns auf die etwas umständlichere Reise nach Iquitos – einer Stadt hoch im Norden Perus, tief im Grün des Amazonas. Dort glich kein Tag dem anderen. Schon beim Verlassen des Flugzeugs schlug uns eine schwüle Hitze entgegen, die mir in den ersten zwei Tagen ziemlich zusetzte und das Einschlafen nachts nicht gerade einfacher machte.
In Iquitos selbst blieben wir nur wenige Stunden. Dann ging es mit dem Boot hinaus auf den Amazonas. Vorbei an unzähligen Baumarten und begleitet von bunten Vögeln, die immer wieder über unseren Köpfen hinwegzogen. Wir besuchten eine indigene Gemeinschaft, die uns zeigte, wie sie mit Blasrohren und Pfeilen jagen, ihre traditionellen Tänze aufführte und von ihrer Geschichte erzählte.
Anschließend wurden wir zu unserer Unterkunft gebracht. Diese stand auf Stelzen direkt am Ufer. Durch die starken Regenfälle der vorherigen Tage mussten wir allerdings teilweise durch das Wasser laufen. Unsere Schuhe waren innerhalb weniger Minuten komplett durchnässt – und wurden durch die enorme Luftfeuchtigkeit auch die nächsten Tage nicht mehr richtig trocken.
Nach einem kurzen Mittagessen mit Krokodilfleisch, das überraschend zäh war, ging es direkt weiter zu einer Tierauffangstation. Dort sahen wir Anakondas, Affen, Faultiere und Schildkröten. Einige der Affen liefen frei herum, darunter auch ein kleines Kapuzinerbabyäffchen, das meine Hand kurz interessant fand, sich darauf setzte, sich dann aber doch lieber den Mücken im Gras widmete.
In derselben Nacht machten wir uns mit Taschenlampen und gefühlt Litern Mückenspray auf den Weg in den Regenwald. Die Nachtwanderung war unglaublich beeindruckend und nicht unbedingt beruhigend für meinen Schlaf.
Neben einigen Spinnen, von denen ich manche hoffentlich nie wieder in freier Wildbahn sehe, begegneten wir einer der giftigsten Schlange des Amazonas, den Buschmeister, verschiedenen Fröschen und schließlich einer Tarantel. Diese durften wir anfassen. Allerdings war mir der Gedanke, eine völlig frei lebende Tarantel auf die Hand zu nehmen, dann doch nicht ganz geheuer.
Am zweiten Tag gingen wir morgens Piranhas angeln. Bei mir bestand der Erfolg hauptsächlich darin, dass die Fische mein Hühnchen vom Haken klauten. Andere hatten deutlich mehr Glück.
Dafür habe ich meine Angst vor Spinnen ein Stück überwunden und mir tatsächlich eine Tarantel auf den Arm setzen lassen. Außerdem durfte ich eine mehrere Meter lange Anakonda halten. Es war faszinierend zu spüren, welche Kraft diese Tiere besitzen.
Am Nachmittag machte sich der Großteil der Gruppe zurück auf den Weg in die Stadt. Wir blieben zu sechst zurück und wanderten zu einer benachbarten Community. Unterwegs hörten wir unzählige Geräusche des Regenwaldes und entdeckten mehrere Hoatzins (Vögel) hoch oben in den Bäumen. Außerdem sahen wir den kleinsten Affen der Welt, das Zwergseidenäffchen – allerdings war es deutlich talentierter im Verstecken als wir im Fotografieren.
Begleitet von den unglaublichen Geräuschen des Amazonas begann Tag drei mit einem neuen Lebenswunsch:
Ich brauche häufiger Baby-Faultiere in meinem Leben.

Nachdem meine Gefühle bei der Begegnung mit einem Baby-Faultier kurzzeitig explodiert waren, wanderten wir zu einem besonderen Baum. Das Wasser lief uns dabei teilweise bis in die Gummistiefel. Unser Ziel war die Samaúma, die „Königin des Waldes“. Für viele indigene Gemeinschaften symbolisiert sie die Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Danach stiegen wir wieder in ein Boot und fuhren durch die kleinen Kanäle des überfluteten Waldes. Dort sahen wir weitere Affen, Faultiere und zahlreiche Vogelarten. Besonders beeindruckend waren die Nester der Oropendolas, die wie lange Säcke von den Ästen hängen und so ihre Jungen vor vielen Fressfeinden schützen.
Anschließend holten wir unser Gepäck und machten uns auf den Rückweg nach Iquitos. Auf der Fahrt tauchten immer wieder die Rückenflossen von Amazonas-Flussdelfinen neben unserem Boot auf.
Zurück in Iquitos wurden noch schnell Souvenirs gekauft, bevor es wieder zum Flughafen ging. In Iquitos ist dein Taxi garantiert ein Tuk-Tuk und du garantiert ein paar Soles mehr zahlst, sobald sie sehen, dass du Gringa bist.
Zurück in Arequipa wurde erst einmal der Schlaf der letzten Tage nachgeholt, bevor die Schule wieder begann. Allerdings nur für kurze Zeit.
Schon am nächsten Samstag saß ich wieder im Flugzeug diesmal nach Lima. Im Partyoutfit. Denn ich hatte mir einen Kindheitstraum erfüllt und ein Ticket für das Konzert einer argentinischen Sängerin gekauft.
Den Samstagabend verbrachte ich also tanzend, singend und damit beschäftigt, meine Stimme zu verlieren.
Mit dem ersten Flug am nächsten Morgen ging es bereits wieder zurück nach Arequipa. Hundemüde, aber überglücklich.
Und genau so endete mein Mai.



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